Ich muss zugeben, dass Mallorca für mich lange Zeit ein rotes Tuch war. Zu sehr eilte der Insel der Ruf voraus, eine Partymetropole mit grölenden Touristen zu sein. Lust habe ich darauf nie verspürt. Als Berliner suche ich auf meinen Reisen doch mehr die Erholung und Entspannung, auch wenn ich einer guten Party natürlich nicht abgeneigt bin.

Durch Freunde habe ich erfahren, dass Mallorca außerhalb des deutschen Partyortes El Arenal, eine wunderschöne und beschauliche Insel sein soll.

Also machte ich mich auf dem Weg zu der berühmten Balearen-Insel, um mir ein eigenes Bilder von Mallorca zu machen. Da ich gerade in Spanien unterwegs war, nahm ich die Nacht-Fähre von Valencia und setzte nach Palma de Mallorca über. Von Deutschland aus, erreicht man die Inselhauptstadt in gerade mal 2 Stunden.

In Palma besorgte ich mir einen Mietwagen und begann meine Rundreise. Ich muss zugeben, dass ich mein Bild über Mallorca stark korrigieren musste. Die Insel verwöhnte mich mit einer superschönen Natur, wundervollen Badebuchten mit kristallklaren Wasser, beeindruckenden Steilküsten, herzlichen Menschen und leckerem Essen.

Die schönsten Stationen meiner kleinen Mallorca-Rundreise, habe ich euch hier zusammengestellt.

Ich kann euch diese Insel nur ans Herz legen, denn meines hat sie erobert.

 

Cap Formentor

Von Port de Pollenca aus, kannst du bergauf, über eine durch zahlreiche Serpentinen geprägte Straße, die wunderschöne spektakulär geformte Landzunge erreichen, dessen Ende, dass Cap Formentor mit seinem Leuchtturm, den nördlichen Punkt der Insel darstellt.

Der Leuchtturm selber ist ziemlich unaufregend, allerdings ist die Aussicht atemberaubend schön. Von hier aus, sieht die faszinierende Küste Mallorcas, mit ihren steil ins Meer ragenden Felswänden, besonders beeindruckend aus.

Für Landschaftsfotografen ein absoluter Hot-Spot!

Aber Achtung: die Straße zum Cap Formentor, ist gerade in der Hochsaison, nicht gerade was für schwache Nerven.  Eine hohe Verkehrsdichte sowie zahlreiche enge Serpentinen, lassen dich manchmal sehr tief Luft holen. Als ich im Sommer 2018 mit dem Auto dort war, war die Straße zum Cap für PKWs und Motorräder gesperrt. Du kannst mit dem Auto bis zur Sperrung fahren und dann bringt dich ein Bus der Linie 353 bis zum Leuchtturm. Ab 19:00 Uhr ist die Straße dann wohl auch wieder frei gegeben. Wie es in der Nebensaison aussieht, kann ich leider nicht sagen. Für einen Hinweis wäre ich da sehr dankbar. Solltest du mit Fahrrad unterwegs sein, unterschätze bitte nicht den Schwierigkeitsgrad der Straße.

Mirador Colomer

Auf deinem Rückweg vom Cap Formentor solltest du unbedingt noch einen Zwischenstopp an der Aussichstplattform  „Mirador Colomer“ einlegen.

Die 360-Grad-Platform gehört zu den spektakulärsten Aussichtspunkten auf ganz Mallorca. Hier hast du einen besonders schönen Ausblick auf die Halbinsel Formentor und ihrer atemberaubender Küstenlandschaft.

Wenn du Höhenangst hast, dann solltest du nicht zu nah ans Geländer gehen, denn dahinter geht es steil bergab. Bisweilen kann dort auch ein kräftiger Wind wehen, daher solltest du, gerade in der Nebensaison, eine Jacke dabei haben und auf deine Kopfbedeckung Acht geben.

 

Die Altstadt von Port de Pollenca

Im Norden der Insel findest du den wunderschönen Ort Port de Pollenca. Nach meiner Erkundungstour zur Halbinsel Formentor, bezog ich in diesem Ort Quartier.

Hier kannst du schön am Hafen entlang flanieren und den Sonnenuntergang, bei einem leckeren Abendessen, in den zahlenreichen Restaurants genießen.

Auch eignet sich der Ort sehr gut als Ausgangspunkt für Radtouren in die wunderschöne Umgebung von Port de Pollenca.

Wenn du das typische Mallorca kennen lernen willst, dann solltest du unbedingt noch einen Abstecher in die Altstadt machen. Die Altstadt hat ihren historischen Kern erhalten und vermittelt eine besondere ruhige Atmosphäre. Hier findest du kleine niedliche Läden mit viel Handwerkskunst und regionalen Köstlichkeiten wie Honig, Wein und Öle.

Wenn du fit und sportlich bist, dann kannst du auch die 365 Stufen zum Kalvarienberg aufsteigen. Hier erwartet dich neben einer schönen Kapelle auch eine herrliche Aussicht über Pollenca.

Playa de Muro

Nach dem ganzen Erkunden und Wandern hast du dir natürlich auch mal etwas Entspannung verdient. Dazu lädt dich der kilometerlange Sandstrand in der Bucht von Badia  d´Alcudia ein. Strandliebhaber und Sonnenanbeter kommen hier voll auf ihre Kosten.

Der Strand alleine war jetzt nicht der Grund, warum ich die Playa de Muro in meine Top-Liste genommen habe. Neben meiner Reiseleidenschaft, bin ich auch ein begeisterter Hobbyfotograf. Denn wer das frühe Aufstehen nicht scheut, sollte unbedingt mit Kamera und Stativ sich morgens, wenn die anderen Touristen noch in ihren Träumen schlummern, an einem der beiden Holzstegen, die um die 100m ins Meer hinaus führen, platzieren. Du kannst hier nämlich wunderschöne Aufnahmen machen, gerade beim Licht des Sonnenaufganges. Am Abend sind die beiden Stege voll mit Menschen und geben dann kein so schönes Bild mehr ab. Nach getaner Fotografen-Arbeit, kannst du dich dann schön am Strand ausruhen und entspannen.

Cala Figuera

 Weiter geht es auf meiner kleinen Rundreise in den  Südosten von Mallorca und hier habe ich mich dann so richtig in die Insel verliebt. Der Grund dafür ist: Cala Figuera. Ein malerisch kleines Fischerdorf an einer ebenso wunderschönen Bucht gelegen. Hier kannst du dich ganz der mallorquinischen Lebensart hingeben und die Zeit vergessen.

Du kannst am frühen Morgen den Fischern beim Verlassen des Hafens zusehen, den Kindern beim plantschen im Wasser oder einfach nur die Bucht mit ihren Feigenbäumen und dem bunten Treiben genießen.

Am Abend genießt du dann, in einem der zahlreichen Restaurant, die Früchte des Meeres und lässt den Tag bei einem Glas Wein ausklingen – himmlisch!

Da Cala Figuera keinen wirklich eigenen Strand besitzt, kommen wir nun zu meinem nächsten Tipp:

Naturschutzgebiet Parc natural de Mondrago

Unweit von Cala Figuera befindet sich der Naturpark von Mondrago. Wenn du im Südosten der Insel unterwegs bist, musst du unbedingt dort einen Badestopp einlegen. Auch Wanderer und Fotografen werden auf ihre Kosten kommen.

Euch erwarten dort wunderschöne weiße Sandstrände mit kristallklarem Wasser.  Man wird magisch davon angezogen in dieses Wasser einzutauchen.

Wenn ihr euch erfrischt habt, könnt ihr durch den Park wandern und an verschiedenen Fotopunkten tolle Aufnahmen von den Stränden und der Bucht machen. Es gibt unter anderem, nicht weniger als 70 Vogelarten dort zu beobachten.

Es Pontas

Weiter geht es zu einem besonderen Sahnestück für Fotografen – Es Pontas „Das Tor zum Meer“.

Hierbei handelt es sich um ein natürliches Felsentor, welches stolz aus dem Meer ragt. Ein absolutes Postkartenmotiv! Besonders zum Sonnenaufgang werden ihr mit wunderschönen Bildern belohnt. Es lohnt sich auch, die Gegend noch etwas zu erkunden. Neben einer beeindruckenden Bucht, findet ihr auch noch ein steiniges Werk des Künstler Rolf Schaffner.

Euren Wagen bzw. euer Motorbike könnt ihr auf dem Strandparkplatz der Cala Santanyi abstellen. Von dort aus könnt ihr, in wenigen Minuten Fußmarsch, dass Felsentor erreichen.  Ich empfehle euch, dass ihr festes Schuhwerk dabei habt, da der Weg sehr steinig und etwas steil ist.

Rückfahrt nach Palma.

Leider hat meine Zeit auf Mallorca nicht ausgereicht, um noch weitere Orte zu erkunden. Ich wollte ja auch erstmal nur auf Tuchfühlung mit der Insel gehen.

Mit dem Mietwagen ging es dann zurück in die Inselhauptstadt, wo ich dann die letzten zwei Tage meiner kleinen Mallorca-Tour verbrachte. Hier empfehle ich euch gerne eine Besichtigung des Castell de Bellver- einer gotischen Burg oder auch die Kathedrale von Palma ist einen Besuch wert.

Für meinen nächsten Aufenthalt auf Mallorca werde ich, auf jeden Fall, mehr Zeit einplanen. Die Partyhochburg El Arenal werde ich dann wohl wieder meiden, denn Mallorca hat so viele schöne Ecken zu bieten, dass mich deutsche Partyschlager und Bratwurst weniger reizen.

Ich wünsche euch einen wunderschönen Urlaub auf Mallorca, denn die Insel hat mit Sicherheit eine Chance verdient.